Das
Schultereckgelenk bzw. das äußere
Schlüsselbeingelenk kann durch einen direkten
oder indirekten Unfall verletzt werden. Dabei
zerreißen seine Bänder, die das
Schlüsselbein an dem Rabenschnabelfortsatz
fixieren. Eine operative Versorgung ist bei
einer erheblichen Verschiebung der gelenkbildenden
Knochen möglich und notwendig. Eine alleinige
unfallbedingte Fehlstellung ohne Schmerzen
muss jedoch nicht unbedingt operiert werden.
Diagnostik
Der Untersucher ertastet eine schmerzhafte
Verdickung des Gelenkes und bei schwereren Verletzungen
eine deutliche Gelenkstufe (Klaviertastenphänomen).
Operative Behandlung
Das Ziel der operativen Versorgung
besteht in der Wiederherstellung der Gelenkkontinuität
der beide Gelenkpartner – Schlüsselbein
und Schulterhöhe.
Ein bewährtes Verfahren stellt
das sogenannte Banding dar. Mit Hilfe von Kunststoffbändern
werden der Rabenschnabelfortsatz und das Schlüsselbein
umschlungen. Das Band wird dabei so festgezogen
bis das auseinandergerissene Gelenk wieder „bündig“ zueinander
steht. Zusätzliche Bandschlaufen umgreifen
sicherheitshalber auch noch das Schultereckgelenk.
Die Kunststoffbänder haben die Eigenschaft,
dass sie nach einer gewissen Zeit vom Körper
resorbiert werden. Die Resorption setzt aber
erst ein, wenn die gerissenen eigenen gelenkstabilisierenden
Bänder sicher geheilt sind.
Nachbehandlung
Um die Voraussetzung für eine
ungestörte Bandheilung zu schaffen, wird
bis zur 4. Woche nach der Operation ein Schulter-Arm-Verband
getragen. Während dieser Zeit werden isometrische Übungen
durchgeführt, danach folgen passive Übungen.
Diese können schon ab der 3.Woche durch
selbständiges Arbeiten mit einer Bewegungsschiene
ergänzt werden. Aktive Gymnastik ist erst
nach Abschluss der Wundheilung sinnvoll, in der
Regel ab der 9. Woche nach der Operation.
Schultereckgelenk – Arthrose
Auch ein Unfall, der ohne
Fehlstellung ausgeheilt ist, kann die Voraussetzung
für spätere
abnutzungsbedingte Veränderungen sein.
Das arthrotische Gelenk entwickelt
durch Überlastung
sogenannte Randzacken, die die anatomische Gelenkgrenze überragen
und auf diese Weise den Raum unter dem Schulterdach
zusätzlich einengen. Die Folgen: Durch die
Raumeinengung entsteht bei jeder Sehnenbewegung
ein mechanischer Reiz, was zu chronischen Schleimbeutelentzündungen
und späteren Rissen der Rotatorenmanschette
führen kann.
Behandlung
Eine Arthrose kann behandelt werden,
indem man den Gelenkraum des Schultereckgelenkes
so erweitert,
dass sich die knöchernen Gelenkpartner beim
Heranführen des Armes zur gegenseitigen Schulter
nicht mehr berühren.
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