Um
den Innenknöchel des Fußes herum
verläuft der Nervus tibialis („Schienenbeinnerv“).
Dieser ist für die Binnenmuskulatur und
das Tastgefühl im Bereich der Fußsohle
verantwortlich. Seine Lage in diesem knöchern
begrenzten Bereich (Tarsaltunnel) wird durch
ein Sehnenband gewährleistet. Bei Druck,
Verletzungen oder eingeschränkter Durchblutung
kann es hier jedoch zu einer chronischen Schädigung
des Nervs kommen.
Ähnliche Beschwerden entstehen
auch durch die mechanische Bedrängung der
Endäste des Fußes: durch die Veränderung
der sehnigen und muskulären Verspannung
des Fußlängsgewölbes, durch Nachlassen
der Spannung oder durch Überlastung aufgrund
einer schnellen Zunahme des Körpergewichtes.
Die Folgen: große Schmerzen im Bereich
der Fußsohle.
Diagnostik
Bei einer körperlichen Untersuchung
lässt sich zunächst die Druckschmerzhaftigkeit
hinter dem Innenknöchel oder häufiger
noch der Druckschmerz am Ansatz des Längsfußgewölbes
am Fersenbein nachweisen. Manchmal zeigt das
Elektromyogramm kompressionsbedingte Erregungsmuster;
die Nervenleitungsgeschwindigkeit des Nervus
tibialis ist herabgesetzt. Ergänzend kann
eine verminderte Schweißsekretion der Fußsohle
in manchen Fällen festgestellt werden.
Das Röntgenbild vom Patienten wird im Stehen angefertigt; oft zeigt es
eine knöcherne Ausziehung am Fersenbeinfortsatz („Fersensporn“),
der ein indirektes Zeichen für schon lange bestehende Druckerhöhung
im Fußbereich spricht.
Behandlung
Die nicht-operative Behandlung
zielt auf eine Druckentlastung des Fersenbeinfortsatzes.
Schuheinlagen werden unter dem Sprungbein (Talus)
erhöht und nehmen so den Körperdruck
auf. Eine spezifsche Entlasung des Fersenbeins
erfolgt jedoch nicht.
Mit einer elektronischen Fußdruckmessung
können wir kontrollieren, ob die erhoffte
Druckentlastung eingetreten ist. Mit diesem Messverfahren
ist es auch möglich, wirkungsvoll Korrekturen
der angepassten Einlage zu erreichen.
Eine Stoßwellentherapie mit in der Regel 3 bis 6 Sitzungen in wöchentlichen
Abständen kann zudem eine gute Zusatzbehandlung
sein.
Sollten Einlagen und Stoßwellentherapie
sowie ggf. lokale Injektionen mit örtlichen
Betäubungsmitteln und Kortison erfolglos
sein, ist ein Operation angeraten: Denn durch
eine operative Ablösung der sehnigen Gewebsstränge
kann der Nerv entlastet werden. Bis zur Abheilung
ist
eine
Belastung
des
operierten Beines nur
bis 20 Kilogramm erlaubt.
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